Umlagerung, Inventur & Lagerplätze
Diese vier Module bilden die Lagerplatz-/WMS-Funktionen des Warehouse Clients ab: Umlagerung, Inventur, Einlagerung WMS und Nachschub. Sie arbeiten mit Lagerplätzen und wählen das passende Business-Central-Buchungsverfahren automatisch aus der Lagerort-Konfiguration – der Anwender muss sich darum nicht kümmern.
Abhängig von der Lagerort-Konfiguration
Je Lagerort erkennt der Client, ob es sich um ein Basis-Lager (Lagerplätze ohne gesteuerte Einlagerung und Kommissionierung) oder um gesteuerte Einlagerung und Kommissionierung (volles BC-WMS) handelt, und bucht entsprechend. Nachschub gibt es nur bei gesteuerter Einlagerung und Kommissionierung.
Scannen mit Hardware-Scanner
Die Module leiten Scans selbst ins richtige Feld: Solange kein Artikel geladen ist, ist ein Scan der Artikel. Danach füllt der nächste Scan den Ziel-Lagerplatz (Umlagerung Platz ↔ Platz, Einlagerung WMS Ad-hoc); bei der Umlagerung folgen bei Bedarf Charge und Seriennummer. Bei der Zählung seriennummernpflichtiger Artikel ist jeder Scan eine Seriennummer. Gebucht wird immer erst mit dem Tipp auf die Schaltfläche.
Umlagerung
Bestand von einem Lagerplatz oder Lagerort an einen anderen bewegen.
Ablauf:
- Umlagerung öffnen und oben die Art wählen: Platz ↔ Platz (im selben Lagerort) oder Lager ↔ Lager. Das Quelllager ist mit dem Lagerort des Terminals vorbelegt.
- Artikel scannen – die App zeigt den Bestand je Lagerplatz.
- Quelle und Ziel wählen:
- Platz ↔ Platz: den Quell-Lagerplatz aus der Liste wählen und den Ziel-Lagerplatz scannen oder eingeben. Die App prüft, ob es den Ziel-Lagerplatz im Lager gibt.
- Lager ↔ Lager: das Ziellager wählen (muss sich vom Quelllager unterscheiden).
- Menge in der Basiseinheit eingeben. Bei Chargen-, Seriennummern- oder MHD-Artikeln zusätzlich Charge, Seriennummer bzw. MHD erfassen – sie werden in beiden Arten mitgeführt (bei Lager ↔ Lager auf der Zeile des Umlagerungsauftrags). Eine Seriennummer wird immer mit der Menge 1 umgelagert.
- Umlagern tippen.
Buchungsverfahren:
| Art | Basis-Lager | Gesteuerte Einlagerung und Kommissionierung |
|---|---|---|
| Platz ↔ Platz | Umbuchung (Item Reclass. Journal) | Lagerplatz-Umbuchung (Whse. Reclassification Journal) |
| Lager ↔ Lager | Umlagerungsauftrag – mit Transitlagerort aus der Umlagerungsroute, sonst als Direktumlagerung | wie links |
Lager ↔ Lager mit Lagerbelegen
Braucht keines der beiden Lager Lagerbelege, wird der Umlagerungsauftrag sofort gebucht. Andernfalls wird er angelegt und freigegeben und im Lager mit dem Standard-Lagerprozess weiterbearbeitet. Die App meldet das unterschiedlich:
| Fall | Meldung der App |
|---|---|
| sofort gebucht | „Umlagerung gebucht" – Ergebnis Umlagerungsauftrag … gebucht |
| nur angelegt und freigegeben | „Umlagerungsauftrag angelegt" – Ergebnis … angelegt und freigegeben – Versand/Eingang erfolgt im Lager |
Inventur
Bestände zählen und Differenzen als Inventurdifferenz buchen – für die physische Inventur und für die zyklische Zählung. Oben wählen Sie zwischen Ad-hoc-Zählung und Zählliste.
Ad-hoc-Zählung – ein Platz, sofort
- Inventur öffnen, Lager und – bei Lagerplatzpflicht – den Lagerplatz wählen.
- Artikel scannen. Die App zeigt den Sollbestand (außer bei Blindzählung).
- Gezählte Menge in der Basiseinheit eingeben; bei Chargen-/MHD-Artikeln Charge und MHD mit erfassen.
- Zählung buchen – die Differenz (gezählt − erwartet) wird verbucht.
Zählliste – der fällige Artikel, vollständig
- Auf Zählliste umschalten und Zählliste laden tippen.
- Artikel wählen. Die App listet jeden Lagerort und Lagerplatz, an dem der Artikel geführt wird, und zeigt den Fortschritt „x / y Plätze gezählt".
- Je Platz die gezählte Menge eintragen.
- Zählung buchen – alle Zeilen zusammen unter einer Belegnummer: entweder die ganze Zählung wird gebucht oder keine Zeile. Erst danach gilt der Artikel als gezählt und verschwindet von der Liste.
Leer ist nicht null
Leer gelassene Zeilen werden nicht gebucht – der Platz wurde nicht besucht. Eine eingetragene 0 dagegen wird gebucht: sie sagt „hier liegt nichts mehr".
Platz hinzufügen
Steht der Artikel an einem Platz, den Business Central nicht kennt, wählen Sie oben Lager und Lagerplatz und tippen auf Lagerort/Lagerplatz oben wählen und hinzufügen. Aus demselben Grund stehen auch Artikel ohne Bestand auf der Zählliste: Sie können trotzdem im Regal liegen.
Seriennummernpflichtige Artikel
Hier sind die Nummern die Zählung, nicht die Menge. Die Menge ist die Gegenprobe – sie muss zur Anzahl der Scans passen, sonst bleibt Zählung buchen gesperrt. So fällt eine übersehene Nummer auf, bevor gebucht wird. Solange Sie Seriennummern erfassen, gilt jeder Scan als Seriennummer.
Ein Lagerplatz:
- Lager (und Lagerplatz) wählen, Artikel scannen.
- Gezählte Menge eintragen – so viele Stück, wie Sie dort gefunden haben.
- Genau so viele Seriennummern scannen (oder eintippen und Erfassen); der Fortschritt zeigt „3 / 3 Seriennummern – vollständig".
- Zählung buchen.
Mehrere Lagerplätze oder Lagerorte – in einem Durchgang:
- Lager und Lagerplatz des ersten Platzes wählen, Artikel scannen.
- Die Nummern dieses Platzes scannen. Unter jeder Nummer steht, wo sie erfasst wurde.
- Oben auf den nächsten Lagerplatz (oder Lagerort) umstellen und dort weiterscannen. Die bereits erfassten Nummern behalten ihren Platz.
- Erst wenn alle Plätze erfasst sind: die Gesamtmenge über alle Plätze eintragen.
- Zählung buchen – jeder Platz wird mit seinen Nummern gezählt.
Gewertet wird nur der gezählte Platz
Eine Nummer, die Sie an einem Platz nicht scannen, wird auch nur dort abgebucht. Lagerplätze, die Sie in diesem Durchgang gar nicht angefasst haben, bleiben unberührt. Scannen Sie eine Nummer, die Business Central an einem anderen Lagerplatz führt, wird sie dorthin umgelagert, wo Sie sie gescannt haben – der Artikelposten und seine Kosten bleiben erhalten.
Der Platz ist leer: Ist von dem Artikel an einem Lagerplatz nichts mehr da, gibt es auch nichts zu scannen. Wählen Sie den Platz oben aus und tippen Sie auf Platz ist leer (kein Bestand) – er erscheint als eigene Zeile in der Liste. Beim Buchen wird abgeschrieben, was Business Central dort noch führt. Genau so melden Sie eine verschwundene Seriennummer ab.
Falsch gescannt? Über das ✖ neben der Nummer (oder neben der Leer-Meldung) entfernen Sie den Eintrag wieder aus der Liste.
Ganz oder gar nicht
Vor dem Buchen prüft Business Central alle Plätze des Zählblatts. Passt an einem Platz etwas nicht, wird nichts gebucht, und die Meldung nennt den Platz. Korrigieren Sie ihn und buchen Sie erneut.
Was Sie in Business Central vorbereiten
Für die Ad-hoc-Zählung: nichts.
Für die Zählliste (zyklische Zählung) – ein Inventur-Buch.-Blatt oder ein Inventurauftrag wird dafür nicht gebraucht:
- Inventurhäufigkeit anlegen (Suche → Inventurhäufigkeit), z. B. Inventurhäufigkeit pro Jahr = 12.
- Auf der Artikelkarte den Inventurhäufigkeitscode setzen und die Rückfrage „Möchten Sie das nächste Inventurdatum … aktualisieren?" mit Ja beantworten. Erst dadurch berechnet BC Startdatum und Enddatum der nächsten Inventur.
Fällig ist ein Artikel, sobald sein Zählfenster begonnen hat und er seit dessen Beginn nicht gezählt wurde. Ein überfälliger Artikel bleibt auf der Liste, bis jemand zählt. Nach dem Buchen rückt seine Zählperiode weiter – auch dann, wenn alle Mengen gestimmt haben.
Blindzählung
Ist die Blindzählung aktiv (global oder je Terminal), zeigt die App „Blindzählung – Sollmenge ausgeblendet" statt der erwarteten Menge. Das erhöht die Zähldisziplin, weil der Zähler nicht zum Sollwert „hinzählt".
Zyklische Zählung
Artikel mit hinterlegter Inventurhäufigkeit erscheinen als fällige Zählaufgaben; der Zähler auf der Kachel zeigt ihre Anzahl. So zählen Sie laufend statt nur zur Stichtagsinventur.
Buchungsverfahren: Basis-Lager → Phys. Inventory Journal, direkt in die Artikelposten; gesteuerte Einlagerung und Kommissionierung → Whse. Phys. Inventory Journal auf Lagerplatzebene, anschließend Abgleich der Artikelposten über Calculate Whse. Adjustment.
Einlagerung WMS
Ware in die Lagerplätze einräumen – oben wählen Sie zwischen Einlagerbelege und Ad-hoc.
Einlagerbelege (nach Beleg):
- Einlagerung WMS öffnen – die App listet die offenen Einlagerungsbelege am Lagerort (Lagereinlagerung im Basis-Lager, Einlagerung mit Entnehmen/Ablegen bei gesteuerter Einlagerung und Kommissionierung). 🔄 Aktualisieren lädt neu.
- Beleg wählen und die angezeigten Zeilen (Aktion, Artikel, Lagerplatz, Menge) abarbeiten.
- ✔ Einlagerung buchen – die offenen Mengen werden automatisch übernommen und der Beleg gebucht bzw. registriert. ✖ Freigeben gibt den Beleg zurück, ohne zu buchen.
Ad-hoc:
- Lager wählen und den Artikel scannen.
- Quell-Lagerplatz wählen (z. B. den Wareneingangsplatz) – er ist Pflicht.
- Ziel-Lagerplatz scannen oder eingeben und die Menge angeben.
- Einlagern – die Buchung nutzt dasselbe Lagerplatzverfahren wie die Umlagerung Platz ↔ Platz.
Nachschub
Kommissionierplätze aus dem Massenlager auffüllen – nur in Lagern mit gesteuerter Einlagerung und Kommissionierung.
Ablauf:
- Nachschub öffnen und das Lager wählen.
- Nachschub berechnen – der Client führt Calculate Bin Replenishment auf einem Bewegungs-Arbeitsblatt aus (füllt höher eingestufte Kommissionierplätze aus niedriger eingestuften Massenplätzen gemäß Lagerplatzpriorität und Min./Max.-Lagerplatzinhalt) und legt die Lagerbewegungen an.
- Eine offene Bewegung wählen und die Entnahme-/Ablagezeilen abarbeiten.
- ✔ Bewegung buchen – die Bewegung wird registriert. ✖ Freigeben gibt die Bewegung zurück, ohne zu buchen.
Der Zähler auf der Kachel zeigt die Anzahl offener Bewegungen am Lagerort.
Nächste Schritte
- Wareneingang · Einlagerung (Regalnummer)
- Einrichtung (Referenz) – Module aktivieren, Blindzählung, Lagermodus
- Fehlerbehebung