Einheitliches Bestellmanagement
Die Herausforderung
Ohne Hub-Modell bedeutet Multi-Channel-Verkauf: Jeder Marktplatz hat seinen eigenen Bestellprozess. Amazon liefert Bestelldaten über seine SP-API, Otto verwendet REST-Endpoints, Kaufland hat eigene Order-APIs, und der eigene Shopware-Shop arbeitet nochmal anders. Das Ergebnis: verschiedene Formate, verschiedene Workflows, verschiedene Fehlerquellen.
Die Lösung: Ein zentraler Bestellimport
merchantCENTRAL löst dieses Problem durch den ADG MC Order Import – einen einheitlichen Bestellimport-Service, der von allen Marktplatz-Connectoren genutzt wird.
Amazon-API Otto-API Kaufland-API Shopware-API
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Connector Connector Connector Connector
holt Bestell. holt Bestell. holt Bestell. holt Bestell.
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JSON-Format JSON-Format JSON-Format JSON-Format
(standardisiert) (standardisiert) (standardisiert) (standardisiert)
│ │ │ │
└──────────────────┼──────────────────┘──────────────────┘
│
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┌──────────────────────────┐
│ ADG MC Order Import │
│ (CU 70011 – zentral) │
│ │
│ 1. Dublettenprüfung │
│ 2. Kunde finden/anlegen │
│ 3. BC-Verkaufsauftrag │
│ 4. Positionen erstellen │
│ 5. Status aktualisieren │
└──────────────┬───────────┘
│
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┌──────────────────┐
│ BC-Verkaufsauf- │
│ trag (Sales │
│ Order) │
└──────────────────┘
Der Standardprozess
Schritt 1: Connector holt Bestellungen
Jeder Marktplatz-Connector ruft die jeweilige API des Marktplatzes auf und wandelt die empfangenen Bestelldaten in ein standardisiertes JSON-Format um. Dieses Format ist für alle Kanäle identisch.
Schritt 2: Dublettenprüfung
Der zentrale Order Import prüft anhand der Kombination Marktplatz-Code + Externe Bestellnummer, ob diese Bestellung bereits importiert wurde. Doppelimporte werden so zuverlässig verhindert.
Schritt 3: Marketplace Order anlegen
Die Bestellung wird in der zentralen Tabelle ADG MC Marketplace Order gespeichert – mit allen relevanten Daten:
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Marktplatz-Code | Von welchem Kanal die Bestellung stammt |
| Externe Bestellnummer | Die Bestellnummer auf dem Marktplatz |
| Referenznummer | Ggf. abweichende Referenz |
| Kundenname | Name des Käufers |
| Bestelldatum | Wann die Bestellung aufgegeben wurde |
| Import-Zeitstempel | Wann die Bestellung importiert wurde |
| Status | Imported / Error / Completed |
| Gesamtbetrag | Brutto-Betrag der Bestellung |
| Versandkosten | Separater Versandkostenanteil |
| Währung | Bestellwährung |
| Zahlungsart | Wie der Kunde bezahlt hat |
| Lieferadresse | Name, Straße, PLZ, Ort, Land |
| Bestell-JSON | Die vollständigen Rohdaten (Blob) |
Schritt 4: BC-Verkaufsauftrag erstellen
Aus der Marketplace Order wird automatisch ein Business Central Verkaufsauftrag erstellt:
- Kundenzuordnung: Der Hub sucht anhand von E-Mail oder Name einen bestehenden BC-Debitor. Falls keiner gefunden wird, kann automatisch ein neuer Kontakt/Debitor angelegt werden.
- Auftragskopf: Debitor, Lieferadresse, Zahlungsbedingungen, Versandmethode werden gesetzt.
- Auftragspositionen: Die bestellten Artikel werden als Verkaufszeilen angelegt.
- Verknüpfung: Die BC-Verkaufsauftragsnummer wird in der Marketplace Order gespeichert.
Schritt 5: Status zurückmelden
Nach erfolgreichem Import wird der Status auf Imported gesetzt. Falls ein Fehler auftritt (z. B. Artikel nicht gefunden, Debitor kann nicht angelegt werden), wird der Status auf Error gesetzt und die Fehlermeldung gespeichert.
Vorteile des einheitlichen Imports
Ein Workflow für alles
Unabhängig davon, ob die Bestellung von Amazon, Otto, Kaufland oder dem eigenen Shop kommt – im Lager und in der Buchhaltung sieht sie immer gleich aus: als normaler BC-Verkaufsauftrag.
Einheitliche Fehlerbehandlung
Fehler werden in der Marketplace-Bestellliste zentral angezeigt. Sie müssen nicht fünf verschiedene Marktplatz-Portale prüfen, sondern sehen alle Probleme an einer Stelle.
Nachvollziehbarkeit
Jede Bestellung wird mit ihren vollständigen Rohdaten (JSON-Blob) gespeichert. Falls es Unstimmigkeiten gibt, können Sie jederzeit nachprüfen, was der Marktplatz tatsächlich geliefert hat.
Automatisierung per Job Queue
Die Connectoren können per Job Queue so konfiguriert werden, dass neue Bestellungen alle 15 Minuten automatisch importiert werden – ohne manuelle Eingriffe.
Bestelllebenszyklus
Marktplatz-Bestellung BC-Verkaufsauftrag
│ │
▼ ▼
┌──────────┐ ┌──────────────┐
│ Imported │──────verknüpft────────→│ Offen │
└──────────┘ └──────┬───────┘
│ Kommissionierung
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┌──────────────┐
│ Versand │
│ (Shipment) │
└──────┬───────┘
│ Tracking-Nr.
▼
┌──────────────┐
┌──────────┐ │ Versand- │
│ Completed│←──────Tracking────────│ bestätigung │
└──────────┘ zurückgemeldet └──────────────┘
Tracking-Einträge
Wenn ein Verkaufsauftrag versendet wird und eine Tracking-Nummer generiert wird (über das Versandsystem), erstellt der Hub automatisch einen Tracking-Eintrag:
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Marketplace Order Nr. | Verknüpfung zur Marketplace-Bestellung |
| Tracking-Nr. | Die Sendungsnummer des Carriers |
| Tracking-URL | Link zur Sendungsverfolgung |
| Carrier-Code | DHL, DPD, GLS, UPS, Rhenus |
| Versanddatum | Wann die Sendung aufgegeben wurde |
| Sync-Status | Ob die Versandbestätigung an den Marktplatz gesendet wurde |
Die Marktplatz-Connectoren holen sich diese Tracking-Einträge ab und senden die Versandbestätigung zurück an die jeweilige Marktplatz-API.
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