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Preisverlauf

Die Seite Preisverlauf zeigt, was ein Artikel auf einem Kanal tatsächlich gekostet hat: jeden Preis, den die Engine in Kraft gesetzt hat — regulär kalkuliert, freigegeben oder als Aktion —, mit dem Tag, ab dem er galt. Die neueste Zeile steht oben. Aus diesem Verlauf ermittelt die Engine den Referenzpreis, an dem sich jede beworbene Preisermäßigung messen lassen muss.

So kommen Sie hin: Im Preis-Cockpit die Zeile markieren und die Aktion Preisverlauf wählen — die Seite öffnet sich auf genau diesen Artikel und Kanal. Ungefiltert finden Sie sie über die Suche nach Preisverlauf.

Nicht verwechseln mit der Kalkulationshistorie

Die Kalkulationshistorie im Cockpit zeigt, warum ein Preis so ist — Marge, Gebühren, Rundung, auch abgelehnte Kalkulationen (Kalkulationsprotokoll). Der Preisverlauf zeigt nur, welcher Preis ab wann galt.


Die Spalten

Spalte Bedeutung
Gültig ab Der Tag, an dem der Preis in Kraft trat. Er galt bis zum nächsten Eintrag desselben Artikels und Kanals
Preislistencode Der Vertriebskanal, auf dem der Preis veröffentlicht wurde
Artikelnr. / Beschreibung Der Artikel
Preis Der Preis, der in Kraft gesetzt wurde
Einheitencode Die Einheit, für die der Preis geschrieben wurde. Für den Referenzpreis zählen nur Preise der aktuellen Verkaufseinheit des Artikels. Leer bei Einträgen aus der Zeit, bevor die Engine die Einheit mitschrieb
Preise inkl. MwSt. Ob der Preis brutto oder netto erfasst ist — Brutto- und Nettoeinträge werden nie miteinander verglichen
Währungscode Die Währung, in der der Preis veröffentlicht wurde
Herkunft Was den Preis in Kraft gesetzt hat: Regulärer Preis, Aktionspreis (hervorgehoben) oder Freigegebener Preis
Erfasst am Wann der Eintrag geschrieben wurde — standardmäßig ausgeblendet

Die Seite ist reine Ansicht: Einträge lassen sich weder anlegen noch ändern oder löschen.


Wofür der Referenzpreis da ist

Seit dem 28.05.2022 darf eine Preisermäßigung nur gegen den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage beworben werden (§ 11 PAngV). Der Europäische Gerichtshof hat das im September 2024 verschärft (C-330/23): Der beworbene Prozentsatz muss gegen diesen Preis gerechnet sein — ihn nur in einer Fußnote zu nennen genügt nicht. Verstöße sind abmahnfähig.

Deshalb rechnet die Engine mit, sobald Sie im Cockpit über Aktionspreis... eine Aktion anlegen. Der Abschnitt Prüfung der Preisermäßigung zeigt:

Feld Bedeutung
Niedrigster Preis (30 Tage) Der Referenzpreis, an dem sich die Ermäßigung messen lassen muss
Tatsächliche Ermäßigung % Wie weit der Aktionspreis wirklich darunter liegt — der Wert, den Sie bewerben dürfen
Beworbene Ermäßigung % Was Sie bewerben wollen. Bei 0 lassen, wenn Sie keinen Prozentsatz bewerben
Bewertung Ob Ihr Prozentsatz Bestand hat

Ist der beworbene Prozentsatz nicht gedeckt, fragt die Engine vor dem Anlegen mit den konkreten Zahlen nach. Sie können die Aktion trotzdem anlegen — die Prüfung ist ein Airbag, keine Handbremse. Was nicht passieren soll: dass die Zahl herausgeht, ohne dass jemand sie gesehen hat.

Beispiel

Ihr Listenpreis ist 129,00, der Artikel lief zwei Wochen für 90,00, die Aktion soll 79,00 kosten. Gegen die Liste sähe das nach −38,8 % aus. Der Referenzpreis ist aber 90,00 — real sind es −12,2 %, und mehr dürfen Sie nicht bewerben.


So ermittelt die Engine den Referenzpreis

Referenzpreis = der niedrigste Preis der 30 Tage vor dem ersten Aktionstag. Dabei gilt:

Regel Was sie bedeutet
Auch der Preis am Fensterbeginn zählt Ein Preis, der schon vor den 30 Tagen galt und sich seitdem nicht geändert hat, ist der häufigste Referenzpreis überhaupt. Am Fensterbeginn zählt das Minimum aus dem regulären Preis und allen Aktionen, die an diesem Tag noch liefen
Nur gleiche Brutto/Netto-Basis Der Referenzpreis ist der Gesamtpreis, den ein Verbraucher zahlt. Einträge aus der Zeit vor einer Umstellung des Kanals von netto auf brutto (oder umgekehrt) bleiben außen vor
Nur gleiche Verkaufseinheit Verkaufen Sie einen Artikel bisher im Karton zu 6 und ab heute als Stück, ist der Kartonpreis kein Maßstab für den Stückpreis. Nach einem Wechsel der Verkaufseinheit gibt es deshalb zunächst keinen Referenzpreis — erst wenn ein Preis in der neuen Einheit mindestens einen Tag gegolten hat, zählt er
Alteinträge ohne Einheit Einträge aus der Zeit, bevor die Engine die Einheit mitschrieb, hat das Update aus der zugehörigen Preislistenzeile ergänzt, wo das eindeutig ging. Ein Eintrag mit leerem Einheitencode zählt bei Artikeln mit einer Artikeleinheit wie bisher. Bei Artikeln mit mehreren Artikeleinheiten — reine Einkaufseinheiten wie eine Palette zählen mit — gibt es keinen Referenzpreis, solange ein solcher Eintrag in den 30 Tagen eine Rolle spielt

Gibt es keinen Referenzpreis, sagt die Prüfung beim Anlegen der Aktion das: Dann lässt sich gegen nichts eine Ermäßigung bewerben — verkaufen Sie zum Aktionspreis ohne Prozentangabe, oder warten Sie, bis der Verlauf den Zeitraum abdeckt. Im Zweifel nennt die Engine lieber keinen Referenzpreis als einen zu hohen.

Wann Alteinträge ohne Einheit eine Rolle spielen

Nach dem Update vorübergehend bei Artikeln mit mehreren Einheiten, deren Preis sich in den 30 Tagen davor geändert hat — und so lange, bis sich der Preis ändert, wenn die laufende Preiszeile keinem Eintrag eindeutig entspricht, etwa weil sie von Hand geändert wurde.


Was die Engine bewusst nicht entscheidet

  • Stufenweise Senkungen: § 11 Abs. 2 PAngV lässt bei ununterbrochen stufenweisen Senkungen einen höheren Referenzpreis zu. Die Engine wendet diese Ausnahme nicht automatisch an — sie würde den bewerbbaren Rabatt erhöhen, und falsch angewandt erzeugt sie genau den überhöhten Rabatt, den die Prüfung verhindern soll. Die Engine nennt immer die konservative Zahl; ob der Ausnahmefall vorliegt, beurteilt ein Mensch. Der Preisverlauf enthält alles, um ihn zu begründen.
  • Brutto gegen netto: wird nie verglichen.
  • Verschiedene Verkaufseinheiten: werden nie verglichen.

Mehr dazu: Preis-Cockpit · Fehlerbehebung